Give-Aways auf Messen

Messen sind teuer. Werbegeschenke sind ein Kostenpunkt davon. Vermeiden Sie typische Fehler, damit Sie hier kein Geld verschwenden.

Bei Give-Aways auf Messen denkt man sofort an Kugelschreiber, Tragetaschen und Notizpapier. Daran ist auch nichts auszusetzen, diese gehören sicher zum absoluten Muss jedes Messeauftritts. Komplexer wird es allerdings, wenn man sich strategisch überlegt, wie und wofür man seine Give-Aways einsetzen will. Anhand typischer Fehler, wollen wir zu ein paar grundsätzlichen Überlegungen anregen.

Typischer Fehler Nr. 1: Das attraktive Lockangebot

Sie haben ein besonderes Werbegeschenk, das Sie auch zuvor publik machen. Die Idee: das bringt viele Interessenten an Ihren Stand, die sich ihr Präsent abholen wollen. Das stimmt wahrscheinlich auch (außer sie verkünden, dass sich bei Ihnen jeder einen Bleistift mitnehmen darf) und kann bei Publikumsmessen vielleicht sinnvoll sein –  aber oft werden Sie gar nicht wissen, was Sie mit all den Menschen an Ihrem Stand eigentlich wollen. Ein großer Teil sowohl der Planung eines Messeauftritts als auch der konkreten Arbeit am Stand besteht darin, herauszufinden, wer für Sie als Kunde tatsächlich in Frage kommt. Allen anderen sollten Sie so wenig Zeit und Aufwand wie möglich widmen. Wenn Sie nun nach dem Prinzip Masse statt Klasse möglichst viel irgendwelche Menschen an Ihren Stand locken, ist Ihr Messeteam schnell damit überfordert, aus dem Ansturm die Kontakte herauszufiltern, an denen Sie wirklich interessiert sind. Deswegen heißt die Devise im Zweifelsfall immer: locken Sie Ihre Interessenten mit Informationen, nicht mit Geschenken. Diese nutzen Sie, um in Erinnerung zu bleiben.

Typischer Fehler Nr. 2: Am Ende des Gesprächs überreichen Sie das komplette Paket mit allen Werbemitteln

Auf diese Weise wandern Ihre Werbegeschenke am schnellsten in den Mülleimer. Niemand will auf Messen bergeweise Kram herumschleppen. Und ungezielte Give-Aways sind genau das: Kram. Unterscheiden Sie zwischen Streuartikeln wie Kugelschreibern und Gummibärchen und hochwertigeren Geschenken. Streuartikel stehen bereit, Ihre Besucher können sich selbst bedienen und werden das auch tun, wenn sie einen Kugelschreiber brauchen können. Hochwertigeres übergeben Sie persönlich und gezielt und natürlich nur an vielversprechende Kontakte. Überlegen Sie hier, wie Sie das Geschenk zu sich in Bezug setzen. USB-Sticks mit Infomaterial können eine clevere Alternative dazu sein, Ihre Besucher mit Papier zu belasten.

Ein gewitztes Beispiel, wie man Give-Aways so einsetzt, dass sie an die Kompetenzen der eigenen Marke erinnern, haben wir 2017 für Dormer Pramet realisiert. Auf der EMO in Hannover wurde das neue Werkzeugverwaltungssystem ProLog präsentiert. Besucher konnten die automatisierte Werkzeug-Bereitstellung testen – mit kleinen Give-Aways als “Werkzeug”. So wurden auch trivialere Geschenke wie Feuerzeuge zu einer konkreten Erinnerung an die Leistungsfähigkeit von Dormer Pramets Produkten.

Typischer Fehler Nr. 3: Sie verwechseln Give-Aways mit Kommunikation

Ein Knackpunkt, den Ihr komplettes Messeteam verinnerlichen sollte ist: Give-Aways nehmen Ihnen nicht die Kommunikation ab, das müssen Sie immer noch selbst tun. Natürlich nutzen Sie Give-Aways zur Kommunikation, aber ein gelungenes Gespräch kommt nicht zustande, wenn Sie sich darum nicht kümmern. Und wenn das Gespräch nichtssagend war, kann das nette Geschenk auch an nichts positives erinnern. Machen Sie sich klar: die Infos, die Sie an Ihrem Stand bieten, sind das entscheidende Geschenk. Sie nehmen sich Zeit für Ihre Besucher, sie erläutern Ihre Produkte und Leistungen, Sie verschenken dabei permanent wertvolles Wissen. Stellen Sie Ihrem Team als Gedankenexperiment einmal folgende Aufgabe: Am zweitens Messetag wurden unerwartet alle Give-Aways von Ihrem Stand gestohlen. Wie passt Ihr Team seine Kommunikationsstrategie an? Wissen Ihre Mitarbeiter plötzlich nicht mehr, wie sie auf Besucher zugehen, wie sie mit ihnen kommunizieren sollen? Dann gibt es ein grundsätzliches Problem, das mit den schönsten Give-Aways nicht zu lösen ist.